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Orca 3.8 Wetsuit Review

Als ich letzten Monat aus Taiwan zurückkam, da war mir eins klar: Ich werde nie wieder an Triathlons teilnehmen, bei denen das Gewässer klar und warm ist. Trotz der sogenannten Hitzewelle schwankt die durchschnittliche Wassertemperatur natürlich trotzdem ganz schön stark. Ich habe also angefangen mich nach einem neuen Ganzkörperwetsuit umzuschauen.

Das Schwimmen ist auf jeden Fall meine schwächste Disziplin. Daher waren während der Suche zwei Faktoren für mich besonders wichtig: Ich brauche einen Wetsuit mit viel Auftrieb und hoher Geschwindigkeit. Wichtig sind natürlich auch die Passform und ein leichtes An- & Ausziehen – beide Faktoren, die den Preis natürlich auch anheben.

Zeit, sich warm anzuziehen

Ich habe mich mit Orca in Verbindung gesetzt, um zu erfahren, welcher Wetsuit für meine geplanten Events dieses Jahr am besten in Frage käme. Ich war letztes Jahr so sehr vom Predator begeistert, dass sie mir den Orca 3.8 Enduro Wetsuit 2015 empfohlen haben.

Das Ergebnis war letztendlich der Orca 3.8 Enduro Wetsuit (2016): Ein Wetsuit, der nicht nur gut aussieht, sondern auch für erhöhten Auftrieb an den Beinen und der Hüfte entworfen wurde. Ideal für Triathleten, die Energie sparen wollen. Trotz des auf Auftrieb ausgerichteten Neoprens, verfügt der Anzug über eine schmale Form. Die Arm- und Beinabschlüsse ermöglichen ein schnelles Ausziehen in der Wechselzone. Ein weiterer wichtiger Faktor für mich war der Kragen, der keine Reizungen auf der Haut verursachen sollte. Das ist besonders bei unruhigem Wasser wichtig.

Die Leistung des Orca 3.8 Enduro

Eingeweiht habe ich den Wetsuit beim 25. Windsor Triathlon. An diesem Wettkampf hatte ich bisher noch nicht teilgenommen, fand aber immer, dass er auf jede To-Do Liste gehört. Die Schwimmdisziplin findet in der Themse statt. Das bedeutet trübes, dreckiges, kaltes Wasser. Die auffallend orangen Grafiken sorgen für gute Sichtbarkeit im trüben Wasser und neben der Sicherheit können auch deine Fans dich in der Masse besser ausmachen (haha… naja, irgendwann vielleicht einmal). Als ich also vom Ufer aus in Wasser sprang, bin ich durch den Auftrieb direkt wieder nach oben getragen worden, ich  musste kaum etwas dafür tun. Als ich mich dann auf den Weg zur Startlinie gemacht habe, habe ich richtig gemerkt, wie Beine und Hüfte nach oben gingen und ich somit eine viel bessere Schwimmposition eingenommen hatte. Dann fiel der Startschuss. Kopf nach unten und rein in die Themse. Dank der Bewegungsfreiheit, die der Wetsuit mit sich brachte, konnte ich meine Arme voll ausstrecken, ohne dass ich das Gefühl hatte, dass es unter den Armen zu sehr spannte. Auch der Kragen, wie vorhin ja schon erwähnt, hat mir beim Anheben des Kopfs, keine Probleme bereitet. Obwohl es zwar stromabwärts ging, fühlte sich der Anzug ziemlich schnell an und das hat sich auch wirklich in meiner Leistung bemerkbar gemacht. Als es dann auf dem Rückweg stromaufwärts ging, konnte ich auch immer noch eine höhere Geschwindigkeit beibehalten, als ich es sonst tue, war also überzeugt, dass ich evtl. sogar eine neue Bestzeit hinlegen werde. Nach dem Rennen konnte ich dann tatsächlich feststellen, dass ich mit 28:19 Minuten ganze 3 Minuten schneller als bei meiner bisher schnellsten Zeit war. Damit wurde ich 47. in meiner Altersklasse.

Orca 3.8 wetsuit review

Ein paar Wochen später stand ein weiterer Wettkampf mit olympischer Distanz an: der Wiggle SteelMan Triathlon in Eton Dorney. Kleine Notiz am Rande: Eton Dorney wurde speziell für die Olympiade 2012 angelegt. Das heißt, dass das Wasser besonders ruhig ist und die Straßen für das Radfahren und Laufen gesperrt sind.

Und der Anzug hat sich auch hier selbst übertroffen! Der macht die ganze Arbeit für mich, hab ich das Gefühl! Ich konnte mich daher voll und ganz auf meine Armarbeit, die Ausrichtung und meine Atmung konzentrieren, ohne mich um meine Körperhaltung im Wasser kümmern zu müssen. Dieses Mal landete ich mit 26:48 Minuten auf Platz 36. Also noch schneller (1:31 Minuten) als in Windsor! Natürlich spielen auch das Tagesniveau, das Wasser, die Geschwindigkeit und der Wind eine Rolle, aber es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass der Wetsuit meine Zeit deutlich verbessert hat.

Gesamteindruck

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Anzug wirklich das hält, was Orca versprochen haben. Wenn man sich einen Anzug dieser Klasse leisten kann, dann würde ich ihn wirklich wärmstens empfehlen. Er sorgt für das gewisse Extra an Selbstvertrauen, das man für einen Wettkampf benötigt, und bringt den Körper in die richtige Position im Wasser. Was will man von einem Wetsuit also noch mehr?

Über den Autor

Martin McKinlay
Veröffentlicht am : 01 Sep 2015