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Die Teilnahme an einem Jedermannrennen ist eine fantastische Art, eine neue Gegend auf dem Rad zu erkunden – in der Gewissheit, dass Sie vom Eventpersonal voll unterstützt werden und von anderen begeisterten Teilnehmern umgeben sind. Wiggle veranstaltet eine Vielzahl von Jedermannrennen rund um den Globus: von Victoria in Australien bis zu Exmoor im Vereinigten Königreich.

Eine komplette Liste der Veranstaltungen finden Sie unter dem nachstehenden Link auf der Events-Seite von Wiggle. In diesem Wiggle Ratgeber möchten wir Ihnen einige Hinweise geben, wie man Jedermannrennen fährt, für diese trainiert und sich auf sie vorbereitet. Spezielle Ratschläge dazu, welche Ausrüstung Sie zu einem Jedermannrennen mitbringen sollten finden Sie in unserer Checkliste für Jedermannrennen.

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Was sind Jedermannrennen?

Jedermannrennen sind Massenveranstaltungen mit Zeitnahme. Sie ermöglichen es Radfahrern unterschiedlichster Leistungsstufen, komplett ausgeschilderte Strecken zu fahren, wobei Angebote wie mechanische Unterstützung und Verpflegungsstellen zur Verfügung stehen. Bei dieser Art von Veranstaltung handelt es sich nicht um ein Rennen! Jedermannrennen könnten mit den Marathons der Welt des Radsports verglichen werden. So zeigte beispielsweise die Ride London Veranstaltung im Vereinigten Königreich viele Parallelen zum berühmten Londoner Marathon. Was zählt, ist dabei zu sein – nicht die Bestzeit.

Jedermannrennen können eine tolle Möglichkeit sein, sich ein Saisonziel zu setzen und mit Streckenlängen für alle Leistungsstufen ist für jeden das Richtige dabei.

Normalerweise beginnen und enden Jedermannrennen am selben Ort. Dies führt zu einer tollen Atmosphäre im „Event Village”, macht das Ganze aber auch für Fahrer und Organisatoren logistisch erheblich einfacher. Sie können einfach an einem Ort erscheinen, der Ihnen völlig unbekannt ist und fantastische neue Strecken fahren.

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Training für Jedermannrennen

Das Training für eine große Veranstaltung wie ein Jedermannrennen ist genauso wichtig wie das Training für einen Wettkampf. Beim Training für einige Jedermannrennen besteht die Herausforderung darin, das „fremde” Gelände und die Bedingungen, auf die Sie treffen könnten, nachzuahmen.

Das Erste, was es in Angriff zu nehmen gilt, ist die Entfernung. Wenn Ihr Jedermannrennen beispielsweise 150 km lang ist, dann müssen Sie sich dem Fahren einer solchen Strecke gewachsen fühlen. Schwingen Sie sich also in den Sattel und meistern Sie Kilometer für Kilometer. Steigern Sie die Entfernung nach und nach, bis Sie sicher sind, die Strecke des Jedermannrennens bewältigen zu können. Denken Sie jedoch daran, dass es entscheidend ist, das Event energiegeladen anzutreten. Schieben Sie dieses Training also nicht bis zur letzten Minute auf – ein bis zwei Wochen vor dem Event sollten Sie das Trainingspensum „herunterfahren” und die gefahrenen Entfernungen verringern, so dass Ihr Körper in Spitzenverfassung ist.

Der zweite wesentliche Faktor, den es beim Training für Jedermannrennen zu berücksichtigen gilt, ist die Höhe, die Sie während des Events bewältigen werden müssen. Beim Wiggle Dragon Ride sind beispielsweise bei einer Gesamtlänge von 210 km 3.350 m Höhe zu erklimmen. Damit Sie einen Eindruck gewinnen, wie sich dies für Ihre Beine anfühlen wird, muss Ihr Training die größeren Höhenanforderungen ebenso wie die Kilometerzahl widerspiegeln. Dies kann eine schwierige Aufgabe sein, wenn Sie in einer flachen Region leben, aber es gibt eine Lösung: Hill Repeats, wiederholte Hügelfahrten! Berechnen Sie die Höhe des größten Hügels bei Ihrem Event, teilen Sie sie durch die Höhe Ihres „Trainingshügels” und stellen Sie sicher, dass Sie diese Anzahl von Anstiegen an einem Tag hintereinander absolvieren. Es wird wehtun, ist aber die beste Art, sich zu verbessern! Als Motivationshilfe könnten Seiten wie beispielsweise strava.com dienen. Hier können Sie die für die Wiederholungen benötigte Zeit aufzeichnen und so herausfinden, ob Sie diese bei Ihrer nächsten Fahrt unterbieten können.

Nicht nur Ihr Körper muss sich den Anforderungen des Geländes anpassen – Sie müssen sich auch an die verwendete Ausrüstung und Sportlernahrung gewöhnen. Ein Event ist nicht der richtige Zeitpunkt, um nagelneue Ausrüstung und einen neuen Energy-Drink auszuprobieren, da dies unglückliche Szenarien zur Folge haben kann. Zu diesen gehören der vergebliche Versuch, den

Gang zu wechseln, scheuernde Kleidung und ein Magen, der statt der Ziellinie das nächste Dixi-Klo anpeilt.

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Wie man ein Jedermannrennen fährt

Wenn Ihr Training nach Plan verläuft, sollte selbst ein Langstrecken-Jedermannrennen keine allzu großen Probleme bereiten. Was den Körper jedoch in Alarmbereitschaft versetzen könnte, sind die Anstiege. 2.000 m Höhe, die bei vielen „harten” Jedermannrennen zu bewältigen ist, kann den Körper stark belasten. Selbst wenn Sie ein guter Kletterer sind, ist es ratsam, bei jedem Event die ersten Anstiege mit einem etwas gemäßigteren Tempo anzugehen. Übertreiben Sie es am Anfang nicht – Sie können sich immer noch im weiteren Verlauf des Events einige Plätze nach vorn kämpfen.

Bei den meisten Jedermannrennen gibt es „Verpflegungsstellen”, an denen Sie einige Minuten vom Rad absteigen und Ihre Energiereserven vor dem nächsten anspruchsvollen Abschnitt aufladen können. Nutzen Sie diese Gelegenheit dazu, sich zu dehnen und auszuschütteln: Lange Abfahrten auf den Drops können Rücken und Schultern belasten und es ist am besten, statt verkrampft locker und beweglich zu bleiben!

Sicherheit ist für jeden Veranstalter von Jedermannrennen ein zentrales Anliegen. Wenn Sie beispielsweise aus irgendeinem Grund auf der Strecke anhalten müssen, müssen Sie sich der Fahrer um sich herum bewusst sein. Sehen Sie davon ab, plötzlich anzuhalten oder langsamer zu werden, ohne ein Signal zu geben. Gehen Sie auf Nummer sicher, dass Ihnen niemand auf den Fersen ist und halten Sie dann an einem Ort an, an dem andere Fahrer Sie sehen können, bevor es zu spät ist.

Variieren Sie Ihre Fahrposition, um bei längeren Events verschiedene Muskeln zu beanspruchen. Probieren Sie, sich auf dem Sattel nach vorn zu setzen und die Oberschenkel zu nutzen, im Stehen zu fahren, um Ihr Gewicht einzusetzen oder auf den Drops zu fahren und Ihre Gesäßmuskulatur zu nutzen. Dies ist eine ausgezeichnete Art, die Belastung auf verschiedene Muskelgruppen zu verteilen und Probleme wie Krämpfe zu vermeiden, die bei repetitiven Bewegungen auftreten können.

Energiezufuhr bei Jedermannrennen

Für das Absolvieren eines Jedermannrennens ist es entscheidend, gut mit Flüssigkeit und Energie versorgt zu bleiben. Setzen Sie sich das Ziel, während der Veranstaltung pro Stunde eine 750-ml-Flasche zu trinken. Bezüglich des Nachschubs sollten keine Probleme auftreten, da es bei Jedermannrennen viele gut ausgestattete Verpflegungsstellen gibt. Wenn Sie die an den Verpflegungsstellen angebotenen Getränke nicht vertragen, können Sie Ihre eigenen Getränkepulver-Beutel mitnehmen, um diese beim Erreichen einer Verpflegungsstelle zu verdünnen. Sowohl High5 als auch Nectar Fuel bieten entsprechende Produkte an, deren Menge genau auf eine Trinkflasche zugeschnitten ist.

Genauso wichtig wie Flüssigkeit ist die Nahrungsaufnahme! Knabbern Sie während der gesamten Veranstaltung an Riegeln, Fruchtgummi, belegten Broten und Obst. Richtiges Essen spielt eine wichtige Rolle; selbst Profis nehmen bei langen Events nicht nur Nahrungsmittel mit schnell freigesetzter Energie zu sich. Versuchen Sie, Energy-Gels für den letzten Abschnitt der Fahrt aufzuheben, wenn Ihre Energiereserven sich dem Ende neigen und Ihnen das Essen schwer fällt.

Genießen Sie die Fahrt!

Am allerwichtigsten ist es, dass Sie das Event genießen! Sie müssen keinen Spitzenplatz erreichen, um Freude an der Fahrt zu haben. Sehen Sie sich also um, genießen Sie die Landschaft und machen Sie vielleicht ein paar Fotos. Lassen Sie sich außerdem von einem Freund begleiten und unterhalten Sie sich mit anderen Fahrern. Zur Vorbereitung auf die Veranstaltung haben Sie hart trainiert – kosten Sie also jeden Moment voll aus!

Über den Autor

Ver ena
Veröffentlicht am : 02 Jun 2015